Kammertrocknung vs. Lufttrocknung

Bevor frisch geschlagenes Holz als hochwertiger Baustoff oder effizienter Brennstoff verwendet werden kann, muss es getrocknet werden. Waldfrisches Holz hat einen Wassergehalt von oft über 60%. Würde man es sofort verbauen, käme es durch unkontrolliertes Schwinden zu massiven Verformungen. In der Holzindustrie haben sich zwei Hauptverfahren etabliert: die Lufttrocknung (AD – Air Dried) und die technische Kammertrocknung (KD – Kiln Dried).


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1. Die traditionelle Lufttrocknung (AD)

Die Lufttrocknung ist die ursprünglichste Form der Holztrocknung. Dabei wird das Holz im Freien oder unter offenen Schuppen fachgerecht aufgeschichtet:

  • Der Prozess: Wind und Umgebungstemperatur entziehen dem Holz langsam die Feuchtigkeit. Damit die Luft zirkulieren kann, werden Stapelleisten zwischen die Holzlagen gelegt.
  • Dauer & Vorteil: Dieses Verfahren erfordert viel Geduld. Je nach Holzart und Dicke dauert es ein bis mehrere Jahre, bis eine Ausgleichsfeuchte von ca. 15% bis 18% erreicht ist. Es ist extrem kostengünstig und energiesparend. Zudem gilt luftgetrocknetes Holz als besonders „entspannt“, da innere Spannungen sehr langsam abgebaut werden.
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2. Die moderne Kammertrocknung (KD)

Bei der technischen Trocknung wird das Holz in hochentwickelten, computergesteuerten Trocknungskammern platziert:

  • Der Prozess & Dauer: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftströmung werden exakt kontrolliert. Durch kontrollierte Wärmezufuhr wird das Wasser im Inneren schneller nach außen transportiert. Was im Freien Jahre dauert, geschieht hier innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen.
  • Zusatznutzen Hygienezertifikat: Ein entscheidender Vorteil der Kammertrocknung ist die Hitze. Ab einer Kerntemperatur von ca. 55°C über mehrere Stunden hinweg werden alle im Holz befindlichen Schädlinge (Eier, Larven, Pilze) zuverlässig abgetötet. Kammertrockenes Holz ist somit „technisch schädlingsfrei“.
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3. Der direkte Vergleich & Relevanz für den Kauf

Für den Außenbereich (Zäune, Carports) istd luftgetrocknetes Holz (AD) völlig ausreichend, da es sich ohnehin an das Außenklima anpasst. Für den Innenausbau (Parkett, Möbel, Dachstühle) ist die Kammertrocknung (KD) jedoch unverzichtbar, da nur so die niedrige Holzfeuchte von 8% bis 10% erreicht werden kann, die in beheizten Räumen nötig ist, um späteres Schwinden zu blockieren.

Merkmal Lufttrocknung (AD) Kammertrocknung (KD)
ZeitbedarfSehr hoch (Jahre)Gering (Wochen)
ZielfeuchteBegrenzt auf ca. 15%Beliebig (bis 8% für Innenraum)
SchädlingeBleiben evtl. aktivWerden komplett abgetötet
EignungAußenbereich, BrennholzInnenausbau, Möbel, KVH/BSH

Praxis-Tipp für Holzkäufer

Achten Sie gezielt auf das Kürzel „KD“ (Kiln Dried) auf den Holzpaketen. Wenn Sie Holz für den Innenbereich kaufen, ist dies Ihr Garant dafür, dass das Material die richtige Einbaufeuchte besitzt und garantiert frei von aktivem Holzwurm-Befall ist. Für Brennholzkäufer bedeutet „kammertrocken“, dass das Holz sofort verfeuert werden kann.


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