Kernholz und Splintholz – Das Innere des Baumes

Wer einen Baumstamm im Querschnitt betrachtet, erkennt meist zwei farblich unterschiedlich abgesetzte Zonen im Holzkörper: Das helle, außen liegende Splintholz und das dunklere, im Zentrum befindliche Kernholz. Diese beiden Bereiche erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben im lebenden Baum und bestimmen maßgeblich die Eigenschaften des späteren Werkstoffs.


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1. Das Splintholz: Die vitale Versorgungsleitung

Das Splintholz (auch Alburnum genannt) ist das junge, aktive Holz im äußeren Bereich des Stammes. Es umschließt das Kernholz und erfüllt lebenswichtige Funktionen:

  • Wassertransport: In den kapillaren Leitungen des Splintholzes wird das Wasser mitsamt den gelösten Nährstoffen von den Wurzeln aufwärts in die Baumkrone gepumpt.
  • Nährstoffspeicher: Die lebenden Holzzellen (Parenchymzellen) im Splint dienen dem Baum als Zwischenspeicher für Zucker und Stärke.

Da es viel Feuchtigkeit und organische Nährstoffe enthält, ist Splintholz im getrockneten Zustand anfälliger für Pilze und Insekten als das Kernholz.

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2. Das Kernholz: Das tragende Fundament

Mit zunehmendem Alter verliert das Holz im Inneren des Stammes seine Leitungsfunktion. Der Baum leitet einen biologischen Prozess ein – die Verkernung:

Zellverschluss: Die Leitungsbahnen werden durch sogenannte Thyllen verstopft oder mit Harzen und Gerbstoffen imprägniert, wodurch der Wassertransport stoppt.

Natürlicher Schutz: Durch die Einlagerung von Abwehrstoffen (Gerbstoffe, Harze, ätherische Öle) verfärbt sich das Holz meist dunkel und wird extrem widerstandsfähig gegen Fäulnis.

Statische Stabilität: Das Kernholz ist totes Gewebe, das dem Baum seine enorme mechanische Festigkeit und Tragkraft verleiht.

Baumarten wie Eiche, Kiefer oder Lärche bilden ein stark farbintensives und dauerhaftes Kernholz aus und werden daher als echte Kernholzbäume bezeichnet.

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3. Warum ist der Unterschied für Holzkäufer wichtig?

Bei der Verarbeitung und Auswahl von Massivholz spielt das Verhältnis zwischen Kern und Splint eine entscheidende Rolle für die Haltbarkeit:

  • Verwendung im Außenbereich: Für Konstruktionen im Freien (z.B. Terrassen, Zäune) sollte ausschließlich das resistente Kernholz verwendet werden. Splintholz würde hier in kürzester Zeit verrotten.
  • Optische Kontraste: Im Möbelbau wird der markante Farbunterschied zwischen hellem Splint und dunklem Kern oft bewusst als gestalterisches Element eingesetzt.
  • Trocknungsverhalten: Da Splintholz wesentlich mehr Wasser speichert als Kernholz, schwindet und arbeitet es beim Trocknen deutlich stärker, was zu Rissen führen kann.

Praxis-Tipp für den Einkauf von Bauholz

Achten Sie bei tragenden Holzbauteilen im ungeschützten Außenbereich streng darauf, dass das Holz „splintfrei“ oder zumindest extrem splintarm eingeschnitten ist. Selbst bei künstlich imprägnierten Hölzern bleibt die natürliche Dauerhaftigkeit des echten Kernholzes ungeschlagen und sichert die Langlebigkeit Ihrer Konstruktion über Jahrzehnte.


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