Disponent:innen entscheiden jeden Tag neu, welches Fahrzeug welche Ladung wann fährt. In der Holzbranche heißt das: Rundholzmengen aus dem Wald abrufen, Schnittholzlieferungen an Baustellen takten und Rückladungen finden, damit Fahrzeuge nicht leer zurückkommen. Sie sind die Schnittstelle zwischen Verkauf, Produktion, Lager und Fahrer:innen.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Der Tag startet mit dem Blick auf die offenen Aufträge und die verfügbaren Fahrzeuge. Daraus entsteht der Tourenplan: Welche Lieferungen lassen sich bündeln, welche Baustelle braucht die Ware zu einer festen Uhrzeit, welcher Kran wird wo gebraucht? Beim Rundholz kommt die Abstimmung mit Forstbetrieben und Unternehmern dazu, denn Polterstandorte, Wegezustand und Witterung ändern die Planung kurzfristig.
Der zweite Teil ist Reagieren. Ein Fahrzeug fällt aus, eine Baustelle nimmt nicht an, das Werk hat noch nicht fertig geschnitten – dann wird umgeplant und alle Beteiligten werden informiert. Dazu kommen Lenk- und Ruhezeiten, Frachtabrechnung, Subunternehmer-Beauftragung und die Pflege der Daten im Transport- oder ERP-System.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Wichtig sind Übersicht, schnelle Entscheidungen und ein ruhiger Ton am Telefon. Disposition ist die Stelle, an der Druck aus mehreren Richtungen zusammenläuft: Kund:innen wollen pünktliche Ware, Fahrer:innen brauchen machbare Touren, die Produktion liefert nicht immer zur geplanten Stunde.
Dazu gehört räumliches und geografisches Verständnis, Rechenfähigkeit für Gewichte, Volumen und Achslasten sowie Sicherheit im Umgang mit Planungssoftware. Wer Holzsortimente kennt und weiß, was ein Festmeter wiegt, plant realistischer.
Ausbildung zum Disponent:in
Der übliche Einstieg ist eine Ausbildung zum Kaufmann / zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung oder eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik mit anschließendem Wechsel ins Büro. Auch Industrie- oder Groß- und Außenhandelskaufleute kommen häufig in die Disposition. Die Ausbildung verläuft dual, dauert in der Regel drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der IHK.
Häufig ist der Weg aus dem Fahrerhaus: Wer selbst gefahren ist, kennt Ladezeiten, Wege und die Grenzen eines Tages. Diese Erfahrung ersetzt keine kaufmännische Grundlage, macht die Planung aber deutlich belastbarer. Ergänzend gibt es Weiterbildungen wie Fachwirt:in für Logistiksysteme oder Verkehrsfachwirt:in.
Gehalt als Disponent:in
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Wie viel Stress bringt die Disposition wirklich mit?
Die Arbeit ist getaktet und wird häufig unterbrochen. Wer klar priorisiert und Entscheidungen trifft, statt sie aufzuschieben, kommt gut zurecht. Ruhige Phasen gibt es vor allem außerhalb der Bausaison.
Muss ich selbst Lkw gefahren sein?
Nein, aber es hilft. Wichtiger ist, dass du dir Ladezeiten, Wege und Fahrzeugmaße realistisch vorstellen kannst. Viele Betriebe schicken neue Disponent:innen deshalb ein paar Tage zum Mitfahren.
Worin unterscheidet sich Holzlogistik von anderer Disposition?
Die Ware ist schwer, sperrig und witterungsabhängig. Rundholz liegt an Waldwegen, die nach Regen nicht befahrbar sind, und Schnittholzpakete brauchen passende Fahrzeuge und Abladetechnik. Das macht die Planung weniger schematisch als bei Stückgut.



