Der Vertriebsinnendienst ist die Stelle, an der ein Holzbetrieb für Kund:innen greifbar wird. Hier laufen Anfragen, Angebote, Aufträge und Reklamationen zusammen. Wer im Innendienst arbeitet, kennt Sortimente, Qualitäten und Lieferzeiten und übersetzt zwischen dem, was der Kunde braucht, und dem, was Lager, Produktion und Fuhrpark leisten können.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Der Tag besteht aus Anfragen: per Telefon, per Mail, über den Shop. Daraus werden Angebote – mit den passenden Qualitäten, Längen und Mengen, kalkuliert nach den Preislisten und Konditionen des Betriebs. Kommt der Auftrag, wird er im ERP-System erfasst, mit Lager und Disposition abgestimmt und bis zur Lieferung begleitet.
Dazu kommt alles, was danach passiert: Liefertermine nachhalten, Rückfragen zu Maßen oder Feuchte klären, Reklamationen aufnehmen und mit Produktion oder Qualitätsprüfung besprechen. Guter Innendienst fällt vor allem dann auf, wenn Kund:innen nicht nachfragen müssen.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Wichtig sind Freude am Kontakt mit Menschen, eine klare, freundliche Sprache und die Fähigkeit, mehrere Vorgänge gleichzeitig im Blick zu behalten. Wer sich in Sortimente einarbeitet und weiß, wofür ein Kunde das Holz braucht, berät besser als jemand, der nur Artikelnummern abliest.
Dazu gehört kaufmännische Sorgfalt: Ein Zahlendreher im Angebot oder eine falsche Länge in der Auftragsposition kostet den Betrieb Geld und den Kunden Zeit.
Ausbildung zum Vertriebsinnendienst
Der übliche Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann / Kauffrau im Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann / -frau oder eine Ausbildung im Einzelhandel. Sie verläuft dual, dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer ab.
Das Holzwissen kommt im Betrieb dazu: Sortimente, Holzarten, Güteklassen, Feuchtegrade, Verpackungs- und Transporteinheiten. Viele Betriebe schulen dafür intern, ergänzt durch Seminare von Verbänden und Lieferanten. Auch Quereinstiege aus anderen Handelsbranchen sind verbreitet, wenn die Produktkenntnis nachgeholt wird.
Gehalt als Vertriebsinnendienst
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Muss ich mich mit Holz auskennen, um im Innendienst anzufangen?
Nicht von Anfang an. Kaufmännisches Handwerkszeug und Kundenkontakt sind die Basis; Sortimente, Holzarten und Qualitäten lernst du im Betrieb. Nach dem ersten Jahr solltest du eine Anfrage aber ohne Rückfrage einordnen können.
Worin unterscheidet sich der Innendienst vom Außendienst?
Der Innendienst arbeitet vom Standort aus und bearbeitet Anfragen, Angebote und Aufträge. Der Außendienst besucht Kund:innen vor Ort. Beide Rollen greifen ineinander – viele Außendienstler:innen haben im Innendienst angefangen.
Ist der Einstieg als Quereinsteiger:in möglich?
Ja. Wer aus dem Handel, aus der Kundenbetreuung oder aus einem Holzberuf kommt, bringt oft genau die Mischung mit, die Betriebe suchen. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich in Sortiment und ERP-System einzuarbeiten.



