Vertriebsleiter:innen verantworten den Verkauf eines Holzbetriebs als Ganzes: Sie führen Innen- und Außendienst, legen gemeinsam mit der Geschäftsführung Preise und Ziele fest und sorgen dafür, dass verkauft wird, was die Produktion sinnvoll herstellen kann. Die Rolle sitzt zwischen Markt und Betrieb – und muss beide Seiten zusammenbringen.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Die Führungsaufgabe steht im Vordergrund: Team aufbauen und halten, Gebiete zuschneiden, Ziele vereinbaren, Mitarbeitende entwickeln und im Alltag entscheiden, wo Unterstützung nötig ist. Dazu kommt die Steuerung über Kennzahlen – Umsatz, Marge, Auslastung, Auftragsbestand – und die Ableitung konkreter Maßnahmen daraus.
Der zweite große Block ist die Preis- und Sortimentspolitik: Konditionen festlegen, auf Marktbewegungen reagieren, Rahmenverträge freigeben und mit Einkauf und Produktion abstimmen, welche Mengen und Qualitäten überhaupt verkauft werden sollen. In der Holzbranche mit ihren schwankenden Rohstoffpreisen ist das eine laufende Aufgabe, keine Jahresentscheidung.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Verlangt werden Führungserfahrung, unternehmerisches Denken und die Fähigkeit, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen und zu erklären – etwa bei Preiserhöhungen oder der Trennung von unrentablen Kunden.
Dazu kommt Marktkenntnis: Wer die Holzbranche nicht versteht, kann Preisbewegungen nicht einordnen und steuert das Team an der Realität vorbei. Sicherer Umgang mit Zahlen, CRM- und ERP-Auswertungen ist selbstverständlich.
Ausbildung zum Vertriebsleiter:in
Ein vorgeschriebener Weg existiert nicht. Typisch ist eine kaufmännische Ausbildung oder ein betriebswirtschaftliches Studium, gefolgt von mehreren Jahren im Innen- und Außendienst und einer ersten Führungsaufgabe, etwa als Teamleitung oder im Key-Account-Management.
Wer aus der Technik kommt – Holztechniker:in oder Ingenieur:in Holztechnik – kann ebenfalls in die Vertriebsleitung wachsen und ergänzt die kaufmännische Seite über Weiterbildungen wie Betriebswirt:in. Führungs- und Verhandlungstrainings gehören in beiden Fällen dazu.
Gehalt als Vertriebsleiter:in
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Wie lange dauert der Weg in die Vertriebsleitung?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Üblich sind mehrere Jahre im Innen- und Außendienst plus eine erste Führungsaufgabe. In kleineren Betrieben geht es oft schneller, weil die Wege kürzer sind.
Muss ich aus der Holzbranche kommen?
Nicht zwingend, aber es hilft erheblich. Preisbewegungen bei Rundholz und Schnittholz richtig einzuordnen, ist ohne Branchenerfahrung schwer – deshalb wird sie in Ausschreibungen häufig verlangt.
Wie viel Zeit geht in Führung, wie viel in Kundenkontakt?
Das hängt von der Betriebsgröße ab. In mittelständischen Betrieben betreuen Vertriebsleiter:innen meist selbst noch Schlüsselkunden, in größeren Häusern überwiegt die Führungs- und Steuerungsarbeit.



