Ausbildungsleiter:innen verantworten, dass ein Betrieb selbst ausbildet – und dass die Auszubildenden am Ende auch bleiben. Sie gewinnen Bewerber:innen für Holz-, Technik- und kaufmännische Berufe, planen den Durchlauf durch die Abteilungen, halten Kontakt zu Berufsschule und Kammer und begleiten junge Menschen von der Probezeit bis zur Prüfung. In der Holzbranche ist die Rolle ein zentraler Hebel gegen den Fachkräftemangel.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Das Jahr folgt einem festen Rhythmus. Im Herbst und Winter geht es um Gewinnung: Schulkooperationen, Messen, Praktikumsplätze, Anzeigen, Auswahlgespräche und Schnuppertage. Danach folgen Verträge, Anmeldung bei der Kammer und die Planung, wann welche:r Auszubildende in welcher Abteilung eingesetzt wird und wer dort als Ausbilder:in zuständig ist.
Während der Ausbildung ist die Rolle Ansprechpartner:in für alle Seiten: Berichtshefte prüfen, Zwischengespräche führen, Berufsschulnoten im Blick behalten, bei Problemen früh eingreifen, Prüfungsvorbereitung organisieren und die Anmeldung zu Zwischen- und Abschlussprüfung terminieren. Am Ende steht die Frage nach der Übernahme – und die Auswertung, was im nächsten Jahrgang besser laufen soll.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Wichtig sind Geduld, Klarheit und echtes Interesse an jungen Menschen. Auszubildende brauchen verlässliche Regeln und jemanden, der Rückmeldung gibt, ohne bloßzustellen – gerade dann, wenn es in der Berufsschule oder im Team hakt.
Dazu kommt Organisationsvermögen, weil mehrere Jahrgänge, Abteilungen, Prüfungstermine und Berufsschulblöcke gleichzeitig laufen. Wer aus dem Fach kommt und den Beruf selbst gelernt hat, wird in der Werkstatt schneller ernst genommen.
Ausbildung zum Ausbildungsleiter:in
Wer ausbildet, braucht persönliche und fachliche Eignung. Die fachliche Eignung wird in der Regel über einen einschlägigen Berufsabschluss mit Berufserfahrung, einen Meisterbrief oder ein passendes Studium nachgewiesen; dazu kommt die Ausbildereignung nach der Ausbildereignungsverordnung, kurz AEVO oder AdA-Schein.
Die AEVO-Prüfung legst du bei der zuständigen Kammer ab; vorbereitende Lehrgänge laufen in Voll- oder Teilzeit. In der Meisterfortbildung ist der berufs- und arbeitspädagogische Teil enthalten; bei anderen Aufstiegsfortbildungen hängt es von der jeweiligen Prüfungsordnung ab, ob die Ausbildereignung mit abgedeckt ist – das klärst du vorab bei der Kammer. Die Leitung der Ausbildung im Betrieb wächst daraus meist über Jahre – erst als Ausbilder:in in der eigenen Abteilung, dann für den ganzen Betrieb.
Gehalt als Ausbildungsleiter:in
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Was ist der AdA-Schein?
Die umgangssprachliche Bezeichnung für den Nachweis der Ausbildereignung nach der Ausbildereignungsverordnung. Er belegt die berufs- und arbeitspädagogische Eignung und wird vor der zuständigen Kammer geprüft.
Kann ich ausbilden, ohne Meister:in zu sein?
In vielen Berufen ja – entscheidend sind ein einschlägiger Abschluss, ausreichend Berufserfahrung und die Ausbildereignung. Ob das im konkreten Beruf reicht, entscheidet die zuständige Kammer.
Wie viel Zeit nimmt die Aufgabe ein?
Das hängt von der Betriebsgröße ab. In kleineren Betrieben ist es eine Teilaufgabe neben der eigentlichen Funktion, in größeren eine eigene Stelle mit Team aus mehreren Ausbilder:innen.



