Personalreferent:innen kümmern sich um alles, was Menschen im Betrieb betrifft: Stellen ausschreiben und besetzen, Verträge aufsetzen, neue Kolleg:innen einarbeiten, Weiterbildung planen, Konflikte begleiten und Trennungen sauber abwickeln. In der Holzbranche ist die Rolle besonders gefragt, weil Fachkräfte für Produktion, Technik und Fahrdienst schwer zu finden sind und Betriebe zunehmend selbst um Bewerbungen werben müssen.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Ein großer Teil der Arbeit ist Besetzung: Bedarf mit den Abteilungen klären, Anforderungsprofile schreiben, Anzeigen schalten, Bewerbungen sichten, Gespräche führen und den Prozess so schnell halten, dass gute Bewerber:innen nicht abspringen. Danach beginnt das Onboarding – Vertrag, Anmeldung, Einarbeitungsplan, Ausstattung, erste Rückmeldungen nach den ersten Wochen.
Daneben läuft die laufende Betreuung: Arbeitszeit- und Schichtmodelle, Elternzeit, Zeugnisse, Weiterbildungen, Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, Vorbereitung von Personalgesprächen. Personalreferent:innen beraten dabei die Führungskräfte, statt Entscheidungen für sie zu treffen – und achten darauf, dass arbeitsrechtliche Vorgaben eingehalten werden. In Produktionsbetrieben gehört auch die Abstimmung mit Arbeitssicherheit und Betriebsarzt dazu.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Nötig ist eine Mischung aus Menschenkenntnis und Verbindlichkeit: zuhören können, aber auch unangenehme Gespräche führen und Zusagen einhalten. Wer in der Personalarbeit als jemand gilt, der Vertrauliches weiterträgt, verliert die Rolle sofort.
Dazu kommt solides arbeitsrechtliches Grundwissen und die Bereitschaft, sich in Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Schichtmodelle einzuarbeiten. Im Holzbetrieb hilft es außerdem, die Arbeit in Werkstatt, Halle und Fuhrpark zu kennen – wer nie an der Linie war, schreibt Anforderungsprofile am Bedarf vorbei.
Ausbildung zum Personalreferent:in
Der Weg ist nicht einheitlich geregelt. Verbreitet ist eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Fortbildung zum Personalfachkaufmann / zur Personalfachkauffrau – eine anerkannte Aufstiegsfortbildung, die berufsbegleitend über die Industrie- und Handelskammer läuft und Berufspraxis voraussetzt.
Der zweite übliche Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftspsychologie oder Personalmanagement, oft ergänzt durch ein Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit im Personalbereich. In kleineren Holzbetrieben wächst die Rolle häufig aus der kaufmännischen Sachbearbeitung heraus, wenn jemand die Personalthemen übernimmt.
Gehalt als Personalreferent:in
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Brauche ich ein Studium für die Personalarbeit?
Nein. Viele Personalreferent:innen kommen über eine kaufmännische Ausbildung und die Fortbildung zum Personalfachkaufmann / zur Personalfachkauffrau. Ein Studium ist ein zweiter, gleichwertiger Weg.
Wie viel Arbeitsrecht muss ich können?
So viel, dass du Standardfälle wie Befristung, Kündigungsfristen oder Elternzeit sicher einordnest und weißt, wann eine anwaltliche Prüfung nötig ist. Vertiefung kommt über Seminare und Praxis.
Was ist in der Holzbranche anders als in anderen Branchen?
Der Anteil gewerblicher Beschäftigter ist hoch, es gibt Schicht-, Saison- und Montagearbeit, und viele Betriebe sind familiengeführt. Personalarbeit findet dort weniger am Schreibtisch statt und mehr im direkten Gespräch in der Halle.



