Verwaltung, Finanzen & HR

Controller:in: Aufgaben, Gehalt, Ausbildung & Karriere

Controller:innen machen sichtbar, womit ein Holzbetrieb Geld verdient und wo es verloren geht. Sie kalkulieren Produkte, rechnen Aufträge nach, planen Budgets und bauen die Kennzahlen, an denen Produktion, Einkauf und Vertrieb gesteuert werden. Weil in der Holzverarbeitung Rohstoffpreise, Ausbeute und Energiekosten stark schwanken, ist die Rolle hier näher an der Halle als in vielen anderen Branchen.

Beruf auf einen Blick

ArbeitsbereicheSägewerk, Holzindustrie, Handel, Unternehmensgruppen
Ausbildungsdauerkaufmännische Ausbildung mit Fortbildung oder Studium
Typische AufgabenKalkulation, Budget, Kennzahlen, Berichte
PerspektivenLeitung Controlling, kaufmännische Leitung, Geschäftsführung

Aufgaben & Tätigkeiten

Der Monat beginnt mit dem Blick zurück: Zahlen aus der Buchhaltung und aus dem Produktionssystem zusammenführen, Abweichungen zum Plan erklären, Berichte für Geschäftsführung und Bereichsleitungen erstellen. Dabei geht es selten nur um Umsatz – interessant sind Deckungsbeiträge je Sortiment, Rohstoffeinsatz, Ausbeute, Ausschuss, Stillstandszeiten und Energieverbrauch.

Nach vorn gerichtet kommen Planung und Kalkulation dazu: Budgets mit den Abteilungen abstimmen, Preisuntergrenzen ermitteln, Investitionen rechnen, Angebote nachkalkulieren. Gute Controller:innen liefern nicht nur Tabellen, sondern gehen in die Produktion, fragen nach und übersetzen zwischen Zahlen und dem, was an der Linie tatsächlich passiert.

Monats- und Jahresberichte Deckungsbeitrags- und Kostenrechnung Budgetplanung Vor- und Nachkalkulation Investitionsrechnung Kennzahlen und Auswertungen

Voraussetzungen & Fähigkeiten

Nötig sind analytisches Denken, sicherer Umgang mit großen Datenmengen und die Fähigkeit, Ergebnisse verständlich zu erklären. Eine Auswertung, die niemand versteht, ändert nichts – deshalb gehört Darstellung genauso zum Handwerk wie Rechnen.

Dazu kommt Standfestigkeit: Controlling liefert regelmäßig unangenehme Zahlen und muss sie belegen können. Wer zusätzlich das Produkt versteht – Holzarten, Sortimente, Ausbeute, Nebenprodukte wie Hackschnitzel und Späne – kommt zu belastbareren Ergebnissen.

Analytisches Denken Sicherer Umgang mit Daten und Tabellen Kenntnisse in Kosten- und Leistungsrechnung Verständliche Darstellung Interesse an Produktion und Produkt

Ausbildung zum Controller:in

Zwei Wege sind üblich. Der erste führt über eine kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung im Rechnungswesen und eine Aufstiegsfortbildung – etwa Industriefachwirt:in, Controller:in bei einem Bildungsträger oder geprüfte:r Bilanzbuchhalter:in. Der zweite Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Holztechnik mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt.

In beiden Fällen entsteht die eigentliche Qualifikation im Betrieb: Wer weiß, wie eine Kalkulation im eigenen Haus aufgebaut ist und welche Daten aus welchem System kommen, ist schwer zu ersetzen. Viele Betriebe besetzen Controlling-Stellen deshalb intern aus Buchhaltung, Arbeitsvorbereitung oder Vertriebsinnendienst.

Kaufmännische Ausbildung mit Fortbildung oder Studium Kosten- und Leistungsrechnung als Grundlage Einarbeitung in ERP- und Produktionsdaten Interner Aufstieg aus dem Rechnungswesen möglich

Gehalt als Controller:in

Einstiegje nach Vorbildung, Region und Betriebsgröße
Mit Erfahrunghöher, besonders mit eigener Verantwortung für Bereiche
In der Leitungdeutlich höher, mit Verantwortung für Planung und Berichtswesen

Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.

Bewerbung & Vorstellungsgespräch

Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.

AnschreibenZeige deine Motivation für den Beruf und gehe auf relevante Praxis ein.
LebenslaufStrukturiert und übersichtlich – hebe wichtige Stationen und Qualifikationen hervor.
Typische FragenWarum dieser Beruf? Welche Erfahrung bringst du mit? Was reizt dich am Betrieb?
Tipps fürs GesprächSei vorbereitet, bleib authentisch und bringe konkrete Beispiele aus der Praxis.
Häufige Fragen
Ist Controlling dasselbe wie Buchhaltung?

Nein. Die Buchhaltung dokumentiert, was geschehen ist, und erfüllt gesetzliche Pflichten. Das Controlling wertet diese Daten aus, plant nach vorn und liefert Entscheidungsgrundlagen für die Leitung.

Brauche ich ein Studium?

Nicht zwingend. Der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, Praxis im Rechnungswesen und eine Aufstiegsfortbildung ist in mittelständischen Holzbetrieben verbreitet und anerkannt.

Wie technisch ist die Arbeit?

Technischer, als viele erwarten. Wer Ausbeute, Trocknungszeiten oder Anlagenverfügbarkeit bewerten will, muss die Prozesse verstehen – reine Tabellenarbeit reicht in der Holzverarbeitung nicht.

Karriere & Weiterbildung

Nach der Ausbildung stehen dir viele Wege offen. Mit Weiterbildung und Erfahrung übernimmst du mehr Verantwortung.

Industriefachwirt:in
Geprüfte:r Bilanzbuchhalter:in
Spezialisierung Produktionscontrolling
Leitung Controlling