Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren Transporte, ohne selbst am Steuer zu sitzen. Sie nehmen Aufträge an, wählen Verkehrsträger und Fahrzeuge aus, holen Frachtangebote ein, erstellen die Papiere und rechnen die Sendung am Ende ab. In der Holzbranche geht es dabei um Rundholz vom Waldweg, um Schnittholz- und Plattenpakete zu Handel und Baustelle und um Paletten oder Hackschnitzel in größeren Mengen. Der Beruf verbindet kaufmännische Arbeit am Schreibtisch mit dem täglichen Kontakt zu Kund:innen, Fahrer:innen und Partnerbetrieben.
Beruf auf einen Blick
Aufgaben & Tätigkeiten
Am Anfang steht der Transportauftrag. Aus Gewicht, Maßen, Ladestelle und Wunschtermin ergibt sich, welches Fahrzeug passt: Kranfahrzeug für Rundholz, Auflieger mit Coilmulde oder Plateau für Pakete, Tieflader für Sondermaße. Dazu werden Frachtpreise kalkuliert und Angebote erstellt, eigene Fahrzeuge oder Frachtführer beauftragt und Ladetermine mit Werk, Lager und Empfänger abgestimmt.
Der zweite Teil ist die Abwicklung. Frachtbriefe, Lieferscheine und Maßlisten werden erstellt, Sendungen verfolgt, Verzögerungen an die Kund:innen gemeldet und Reklamationen aufgenommen. Am Ende steht die kaufmännische Seite: Eingangsrechnungen der Frachtführer prüfen, Ausgangsrechnungen schreiben, Frachtkosten den Aufträgen zuordnen und Schadensfälle mit dem Versicherer klären. Bei Sendungen ins Ausland kommen Zoll- und Ausfuhrpapiere dazu.
Voraussetzungen & Fähigkeiten
Gefragt sind Organisationstalent, Freundlichkeit am Telefon und die Fähigkeit, mehrere Vorgänge parallel im Blick zu behalten. Ein Speditionsbüro arbeitet nach Uhrzeiten: Ladetermine, Anlieferfenster und Abfahrtszeiten lassen sich nicht beliebig verschieben. Wer strukturiert arbeitet und Rückfragen früh stellt, statt Probleme auszusitzen, kommt gut zurecht.
Fachlich brauchst du Sicherheit im Rechnen mit Gewichten, Volumen, Lademetern und Preisen sowie den routinierten Umgang mit Transport- und ERP-Software. Englisch hilft im grenzüberschreitenden Verkehr. Wer Holz abwickelt, sollte außerdem wissen, wie schwer ein Rundholzpaket ist, welche Ware Nässe verträgt und warum ein Waldweg nach Regen kein Ladeort mehr ist.
Ausbildung zum Kaufmann / -frau für Spedition und Logistikdienstleistung
Die duale Ausbildung zum Kaufmann / zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der IHK. Im Betrieb durchläufst du meist mehrere Abteilungen: Auftragsannahme, Disposition, Abrechnung, teils Lager und Zoll. In der Berufsschule kommen Verkehrsträger, Frachtrecht, Kalkulation, Rechnungswesen und Außenhandel dazu. Eine Verkürzung ist bei entsprechender Vorbildung möglich; die Bedingungen legt die zuständige Kammer fest.
In Österreich entspricht dem der Lehrberuf Speditionskaufmann / Speditionskauffrau mit ähnlicher Dauer und Struktur; die Einzelheiten sind landesrechtlich geregelt. Holzspezifisches Wissen entsteht in beiden Fällen im Betrieb: Sortimente, Verpackungseinheiten, Abladetechnik am Bau und die Eigenheiten des Rundholzverkehrs lernt man an konkreten Sendungen.
Gehalt als Kaufmann / -frau für Spedition und Logistikdienstleistung
Die Angaben sind Anhaltswerte und unterscheiden sich je nach Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Qualifikation. Verbindlich sind die Auskünfte von Kammer und Agentur für Arbeit.
Bewerbung & Vorstellungsgespräch
Eine gute Bewerbung überzeugt mit Klarheit und Persönlichkeit. Bereite dich auf typische Fragen vor – und zeige echtes Interesse am Betrieb.
Worin unterscheidet sich der Beruf von der Disposition?
Die Ausbildung deckt den gesamten Auftrag ab: Annahme, Kalkulation, Abwicklung und Abrechnung. Disposition ist ein Ausschnitt daraus, nämlich die Einteilung von Fahrzeugen und Touren. Viele Speditionskaufleute arbeiten später genau dort, andere bleiben in Abrechnung, Verkauf oder Zoll.
Sitze ich den ganzen Tag im Büro?
Überwiegend ja. Der Kontakt zu Fahrer:innen, Lager und Kund:innen läuft meist über Telefon und Mail. In kleineren Betrieben gehören Rampe, Lager und gelegentliche Kundenbesuche aber dazu, und viele Häuser schicken Auszubildende zum Mitfahren.
Wie sinnvoll ist der Beruf für den Einstieg in die Holzlogistik?
Er ist eine breite Grundlage, weil du Verkehrsträger, Kalkulation und Papiere kennenlernst. Das Holzwissen kommt im Betrieb dazu. Wer bei einer Spedition mit Rundholz- oder Baustellenverkehr lernt, hat den Bezug zur Branche von Anfang an.



